7 inspirierende Dinge meiner Woche - KW39

die Seele bereitet ihr winternest


An fast allen Tagen sitze ich an unserem großen Küchentisch und schaue in den Garten hinaus. Es windet und das Laub färbt sich gerade die letzten Tage immer mehr. Unsere beiden Eichhörnchen sind total fleißig und es macht so viel Freude ihnen bei ihrer Arbeit zuzuschauen. Wie sie ihre Haselnüsse transportieren, verbuddeln und über Hecken in die Bäume springen. Das ist definitiv mein Herbst-Highlight! Denn ich sträube mich schon die ganzen letzten Wochen gegen die kalte, nasse und dunklere Jahreszeit. Warum? Ich weiß es nicht. Aber an manchen Tagen kommt es mir so vor, als hätte ich den Sommer nicht wirklich mitbekommen. So, als wäre ich abwesend gewesen und plötzlich aufgewacht und da ist er auch schon vorbei. So, als hätte ich vielleicht vieles nicht gemacht, was ich mir gewünscht hätte zu tun, ohne mir dessen wirklich bewusst gewesen zu sein. Ich sträube mich gegen den kargen Anblick draußen. Alles wirkt zur Zeit ein bisschen trostlos, weil die Felder so gut wie alle gemäht sind. Die Ernte eingefahren. Alles braune Äcker, die meine Wege säumen. Die Blumen verabschieden sich langsam. Ein Trost ist, dass das Laub bald Farbe bringen wird. Aber irgendwie macht mich in dieser Hinsicht gerade nichts so richtig froh. Es ist aber auch gemein, dass ich erst jetzt mein Fahrrad habe, wo das Wetter nicht mehr oft zu Ausfahrten einlädt. 
Das Schöne ist allerdings, dass es eine Woche war, in der ich trotz allem den Herbst auf eine liebevolle Art willkommen geheißen habe. Und das tut gut. Denn auch ich sehe und fühle und schmecke den Herbst trotz meines momentanen Blues sehr gerne!

 

  • Den ersten Punkt habe ich ja bereits vorweg genommen. Unsere beiden Eichhörnchen! Sie sind so niedlich, wenn sie springen, Männchen machen und ihre Vorräte durch die Gegend tragen. Sie zu beobachten bringt so viel Freude. Da kann ich wirklich stundenlang zusehen. Das tolle ist, dass wir wirklich die ganze Gartenseite in Glas haben und somit auch in der kalten und nassen Jahreszeit immer das Gefühl haben, im Garten zu sein. So kann ich Tee trinken und meinen kleinen Freunden bei ihrer unermüdlichen Arbeit zuschauen. Sie sind so fleißig, dass ich mich manchmal frage, wo sie ihre ganze Energie hernehmen. Sie tragen die Haselnüsse in alle Winkel des Gartens und verbuddeln sie hier und da. Ein kleines Bäumchen, das dieses Jahr gesproßen ist, habe ich eingetopft. Es war in meinem Rosenkübel gewachsen, wo wahrscheinlich jemand letztes Jahr seinen Vorrat verbuddelt und vergessen hat. 
  • Die Natur und auch unser Garten wird herbstlich. Diese Woche hatte ich das Bedürfnis, den Herbst, gegen den ich mich dieses Jahr komischerweise so wehre, ein bisschen willkommen zu heißen. Denn eigentlich liebe ich den Herbst mit all dem Laub, das so wundervoll unter den Füßen raschelt. Aber so weit ist es noch nicht. Eigentlich wollte ich ein paar Kürbisse besorgen. Aber keiner gefiel mir so richtig. So kauften wir jede Menge Hornveilchen. Sie haben so hübsche Gesichter finde ich. Und Pflanzen und Blumen kaufen, nach Hause bringen, verteilen und einpflanzen macht immer Freude. Gestern habe ich Blumenzwiebeln reservieren lassen in einer wunderschönen Gärtnerei. Ich war mit dem Fahrrad unterwegs und wollte eigentlich nur stöbern. Aber dann entdeckte ich jede Menge ausgefallene, alte Sorten Frühlingsblüher als Zwiebeln. Und jetzt hole ich nächste Woche meine Hasenglöckchen, die berühmten Blue Bells ab. Meine Oma hatte sie schon im Garten und ich habe sie als Kind so sehr geliebt. Ich kann es gar nicht abwarten sie einzupflanzen und mich auf den Frühling zu freuen.
  • Zur Zeit male ich am allerliebsten Kristalle. Ich liebe Kristalle und habe auch, wie ich finde, recht viele davon. Die Vorstellung, dass diese wunderschönen, glitzernden Edelsteine im Bauch von Mutter Erde wachsen, macht mich immer so ehrfürchtig. Das sind für mich wahre Wunder. Wie aus einer Verbindung von verschiedenen Stoffen so etwas entstehen kann. In der Natur! Von sich aus. Ihre Energie ist stark und magisch. Das ist  bekannt und deswegen nennen sich die meisten von ihnen auch Heilsteine. Ihre heilende, stärkende und schützende Energie ist ein kostbarer Schatz, den die Natur uns schenkt, wenn wir ihn denn annehmen wollen. Wie ihr vielleicht im neuen Banner meiner Website gesehen habt, habe ich  Kristalle in meine Bilder eingebaut. Die Aquarell - Kristalle hier im Blog Artikel, habe ich schon Anfang des Jahres gemalt. Zur Zeit bin ich mal wieder zu meinen Stiftzeichnungen zurückgekehrt. Das scheint doch mein liebstes Material/Werkzeug zu sein. Aber wer weiß, was als nächstes kommt? Zur Zeit finde ich es spannend, das Licht und Funkeln der Kristalle optisch einzufangen. Und auch mit dem Licht im Hintergrund der Bilder zu spielen. Neue Herausforderungen machen das Leben wirklich spannender. Das erkenne ich ganz deutlich im Malen. Wenn ich mich nicht ständig trauen würde etwas Neues auszuprobieren und mutiger meine Farben setzen würde, dann wäre dort auch keine Entwicklung. Und so steht dies auch für das Leben an sich. Da kann ich aus mir heraus lernen, wenn ich mich ehrlich und aufmerksam beobachte. Je mutiger ich auch im Leben bin, desto mehr Entwicklung findet auch dort statt. Aber da schlummert noch so einiges in mir, dass darauf wartet gelebt zu werden. Mal schauen, wann ich den nächsten mutigen Schritt mache?!
  • Diese Woche habe ich morgens mit den Hunden einen Waschbär gesehen. Also, ich bin mir nicht hundert Prozent sicher, ob es die hier überhaupt gibt?! Aber ein Dachs war es nicht. Er kam so behäbig über den Acker marschiert und dann auf unseren Weg. Ich beobachtete ihn still, die Hunde im Blick. Und dann plötzlich hielt er inne und schaute zu uns rüber. Und machte so eine Art Männchen. Es sah zum Schreien süß aus! Shadow hatte ich zu mir gerufen, damit der Waldbewohner keine Angst bekam. Hatte er wohl auch nicht, denn er blieb ganz schön lange da aufgerichtet stehen und schaute uns zu rüber. Falls es ein Waschbär war, dann hat er als Krafttier eine ganz tolle Botschaft für mich gehabt. 
  • Mein Fahrrad eröffnet mir tatsächlich noch mal eine neue, kleine, zusätzliche Welt. Ich entdecke Wege, auf denen ich noch nie war oder vielleicht vor dreißig Jahren mal... Ich finde die Geschwindigkeit gegenüber dem zu Fuß gehen so berauschend. Unter Bäumen durchzufahren, an Feldern entlang und dann sogar schneller irgendwo zu sein, als mit dem Auto ist wirklich ein schönes Gefühl. Vor allem treffe ich dadurch auch mehr Menschen, weil man nicht in einer geschlossenen Kapsel sitzt, sondern im Freien ist. So habe ich mit einer Nachbarin gesprochen, die mir demnächst ihre Quitten bringen will, sobald sie reif sind. So etwas ergibt sich nicht, wenn man nur mit dem Auto unterwegs ist. Ich bin sehr froh über dieses wunderbare Geschenk, das mir eine liebe Bekannte gemacht hat, indem sie mir ihr altes Fahrrad gab.
  • Diese Woche war bei mir das Thema Vermüllung wieder ganz stark im Vordergrund. Eine meiner größten Ängste ist das Müllproblem auf der Erde. Weswegen bei mir riesige Geschäfte und die Sperrmüll Berge am Straßenrand immer extreme Angst hervorrufen. Ich leide da mit der Erde und bin unendlich traurig über den unbewussten Konsum der Gesellschaft. Für mich ist gerade der sinnlose Konsum, einschließlich wegwerfen, ein Zeichen von der Gestörtheit im Menschen. Es ist eine Krankheit, unter der die ganze Erdbevölkerung leidet. Denn die Mehrheit kauft aus Langweile, aus sich - etwas - Gutes - tun wollen. So kommen Berge von Zeugs zusammen, das nie lange bei uns bleibt und schnell wieder ausrangiert wird. Selbst die Verpackungen von Kosmetik, wie Wimperntusche, die ich auch benutze, machen mir Angst. Wenn ich diese dicken Plastik Kapseln sehe, dann frage ich mich, was damit geschieht, wenn sie leer sind und in den Müll wandern. Bewusstes konsumieren ist etwas, mit dem ich mich ständig selbst auseinander setze. Allerdings, wer den Podcast aus meinem Artikel der letzten Woche gehört hat, der hat auch mitbekommen, dass es gar nicht viel bringt auf Plastikstrohhalme zu verzichten, so nach dem Motto "weniger schlecht". Sondern, dass es darum geht gut und bewusst zu sein, und eben nicht nur weniger schlecht. Dazu fehlt uns tatsächlich noch das Know-how der Produzenten, wie Michael Braungart sehr ausführlich erklärt. 
  • Tatsächlich gab es diese Woche schon den ersten herbstlichen Apfelkuchen bei mir. Der Duft im Haus war himmlisch! Nach den herrlichen Gewürzen, wie Zimt und Kardamom. Es ist das Schöne an dieser Jahreszeit, dass man die Ernte direkt verarbeiten kann. Wie zu duftenden Kuchen. Aber auch zu Marmelade, Kompott oder eingeweckten Früchten, als Vorrat für den Winter. Ich werde die nächsten Wochen noch ein bisschen an meinen Back-Rezepten herum feilen. Besonders wegen der Alternativen für Butter/Margarine bei meinen veganen Kuchen. Ich halte euch auf dem Laufenden!

 

Alles Liebe, 

Simone xx


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