7 inspirierende Dinge meiner Woche - KW28

Mutter Erde ruft


Das war ein sehr ungewöhnlicher Wochenstart. Schon am Montagmittag dachte ich: Wow, da habe ich was zu erzählen, in meinem neuen Blog-Artikel! Die Woche fing wirklich abenteuerlustig an. Sie musste auch dringend verschönert werden, da ich mich die ganze Woche, schon von sonntags an, gestresst und unglücklich fühlte. Eigentlich wollte ich wegfahren, aber es klappte einfach nicht. Und so fand ich letzten Endes sehr viel Abwechslung und Trost draußen in der Natur. Da, wo ich eh am liebsten bin und wo es mir immer gut geht. Mutter Erde, das Universum hatten sich ein paar schöne Dinge für mich ausgedacht. Sozusagen als Trostpflaster für mein trauriges Herz, wo ich doch so gerne zu meiner Schwester-Freundin und ihren Kindern fahren wollte, aber aus organisatorischen Gründen es nicht hinbekommen habe. Und dann aber all die schönen Dinge, die ich nicht gesehen und erfahren hätte, wäre ich weg gewesen. Mutter Erde und all ihre Liebe waren ein großer Bestandteil und mein Halt in dieser Woche.

 

  • Montag Mittag fuhr ich mit den Hunden zum Spazieren raus und plötzlich, kurz vor dem Wald hüpfte ein riesiger Greifvogel vor meinem Auto herum. Um ihn nicht zu überfahren und weil es mir merkwürdig vorkam, stieg ich aus. Er konnte nicht mehr fliegen und hüpfte noch ein Mal bevor er sich hinkauerte. Als ich mich ihm vorsichtig näherte, blickte er mich mit seinen klaren, hellen Augen an und es war, als könnte er mir tief bis in die Seele hineinschauen. Es war unheimlich und tief berührend zugleich. Ich näherte mich mit meiner Hand vorsichtig und streichelte über sein Gefieder. Weil er es zuließ, nahm ich ihn vorsichtig hoch. Bei der Größe des Vogels und vor allem des Schnabels, war das schon aufregend. Aber er war super lieb. Wie sich rausstellte, war es ein Rot-Milan. Er durfte mit mir Auto fahren und ich habe ihn bei uns im Tierpark abgegeben. Damit man ihm eventuell noch helfen kann oder er nicht von anderen Tieren angegriffen wird. Die Pfleger und Angestellten im Tierpark (Euregio Zoo Aachen) sind sehr nett. Ich habe jetzt im dritten Jahr ein Tier dort abgegeben, was ich gefunden habe und immer sehr gute Erfahrung gemacht. Auch, wenn es mir immer sehr schwer fällt, diese wunderbaren Geschöpfe dort zurückzulassen. Vor allem, weil der schöne Milan in einem wirklich schlechten Zustand war. Obwohl ich ein Gegner von Zoos und Zirkussen bin, ist der Tierpark eine sehr hilfsbereite und gute Einrichtung für verletzte Wildtiere. Dafür kann ich ihn wirklich nur empfehlen. Ansonsten tun mir die Tiere, die dort in Gefangenschaft leben, einfach nur leid. Ich mag es einfach nicht, dass sie dort ausgestellt werden, wie andere Leute ihr Porzellan in Glasvitrinen stellen. 
    Einen ausgewachsenen Greifvogel auf dem Arm zu haben und diesen Energieaustausch zu spüren, die Tiefe seines Blicks, das war schon magisch!
  • Nachdem mich das Abgeben des Milans sehr traurig gemacht hatte, ging es mit mir ein bisschen bergab die letzte Woche. Meine Stimmung wurde schwerer und düsterer. Eigentlich fand ich nur in der Natur Trost. Die wilde Möhre blüht seit ungefähr zwei Wochen und ich liebe es zu beobachten, wie die Blüten sich öffnen. Denn sie öffnet sich so in etwa, wie ein Körbchen aus Spitze. Ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll. Ich finde sie in dem Zustand wunderschön. Später dann freue ich mich immer über die einzelne rote Blüte in ihrer Mitte, die von rosa, pink bis ganz dunkelrot variieren kann. 
    Auf einem anderen Wildblumen-Feld entdeckte ich diese wunderschönen blau-lila Blumen. Diese Farbe ist einfach überwältigend anders. So magisch blau, dass ich gar nicht genug davon bekommen konnte. 
  • An dem Tag, nachdem ich den Milan gefunden hatte, habe ich ein Vogelnest gefunden. Es war wohl bei Wind von einem Baum geweht worden und nachdem Heidi fast darüber gestolpert war, erkannte ich, was es war. Es ist ein solches Kunstwerk, wie alle Vogelnester. So faszinierend, wie sie die mit ihren Schnäbeln bauen und Haare, Federn, kleine Äste, Gräser und vieles mehr zu einem fast geschlossenen Kokon verwoben haben. 
    An einem anderen Tag fand ich morgens zwei winzig kleine Federn in schwarz - weiß und einen Flügel von einem Schmetterling. Ich liebe solche Fundstücke. Alles bekommt einen Platz in meinem Reich. Wo ich all diese Schätze, die die Natur mir vor die Füße legt, aufbewahre. Und fast hätte ich es vergessen.... die Federn, die ich noch gar nicht in meiner Sammlung hatte bis jetzt. Ich vermute sie sind von einem Grünspecht?! Denn die eine Seite schimmert herrlich grün. Eine davon ist in meinem Hauptfoto zusammen mit meinem neuen Acrylbild.
  • Ansonsten habe ich endlich mal wieder gemalt. Ohne Malen fällt mir das Leben ganz schön schwer. Aber ich war leider lange Zeit nicht inspiriert gewesen. Und auch jetzt habe ich mich regelrecht gezwungen, mir ein Motiv zu wählen und einfach zu malen. Denn ich male manchmal nur um des Malen willens. Weil ich es liebe die Farben zu mischen und mit dem Pinsel über die Leinwand zu huschen. Und dann zu sehen, wie verzauberte Wälder und Mondlicht entstehen. Einfach so, aus ein paar Pinselstrichen. Das Ergebnis seht ihr oben.
  • Gestern kam ich zu dem interessanten Vergnügen mal ein Zeugnis der Waldorfschule zu lesen. Oh, wie anders und besonders so etwas ist. Und wie befreiend, dass alles, was man in einem Halbjahr gemacht hat, nicht einfach nur in eine Note, eine Zahl gepackt wird. Jedes Fach wurde inhaltlich beschrieben und auch das Verhalten und die Mitarbeit. So konnte man sich alles lebendig vorstellen und die Kinder bekommen auf eine sanfte Art und Weise zu hören, wie man sich vielleicht anders einbringen kann, aber eben auch, worin man besonders gut war. Was ich auch toll fand war, dass jedes Kind ein eigenes Gedicht bekam, worin es sich und seine Persönlichkeit wiederfinden konnte. Ich bin wirklich traurig, dass ich kein Waldorf Kind war. Wo ich im Herzen, ganz intuitiv, genau so bin.
  • In einer Woche, die mir ziemlich auf die Seele gedrückt hat, schaue ich mir immer alles noch mal ganz genau an. Da versuche ich das Leben noch mal in all seiner Tiefe zu beleuchten und auch meinen Weg darin zu erkennen. Das fällt auch mir nicht immer gleich leicht. Obwohl ich weiß, wer ich bin und was ich für grundsätzliche Aufgaben hier habe, so würde ich manchmal auch gerne genaueres wissen. Vor allem auch wann. Wann sich endlich das ein oder andere ereignet, was ich mir so sehr wünsche. Geduld zu haben ist eine Kunst, die ich wirklich erlernt habe die letzten Jahre. Aber ab und an, da reisst auch mal mein Faden. Doch was nützt es. Am Ende ist man nur traurig und ändern kann man es trotzdem nicht. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als mich wieder dem Licht zuzuwenden und jeden Tag zu nehmen, wie er kommt.
  • Schuld an meiner Stimmung ist auch mein bevorstehender Geburtstag. Seit ein paar Jahren bin ich sehr traurig, wenn es sich mal wieder dem magischen Tag nähert, an dem ich einst geboren wurde. Eigentlich ist mir die Zahl, mein Alter total egal. Es interessiert mich nicht, ob ich vorne eine drei, eine vier oder fünf stehen habe. Aber trotzdem hatte ich so das ein oder andere, was ich erreicht haben wollte, bevor ich vierzig wurde. Und jetzt werde ich zweiundvierzig. Und mal wieder schaue ich auf all die Jahre, die hinter mir liegen und wo ich jetzt stehe. Alles hat zwei Seiten. Ich wäre gerne körperlich ein wenig jünger, aber ansonsten ist es herrlich älter, weiser und ruhiger zu sein. Zu wissen, dass ich ich bin und gut bin, wie ich bin. Aber dann wäre ich all das gerne und noch mal jünger und verrückter. Einfach noch mal für eine Weile. Aber ich glaube, eigentlich ist es Quatsch. Ich bin einfach nur, wie so viele Menschen und gerade Frauen, in die Social Media Falle getappt, wo alle jünger, schöner und cooler sind. Und man deswegen plötzlich eine tiefe Midlife Crisis bekommt. Ich schäme mich schon fast, dies hier zu schreiben, weil ich nie gedacht hätte, dass mir so etwas mal passieren würde. Aber ja, es gab Tage, an denen ich meine grauen Haare gezählt habe, obwohl es so viele sind, dass man sie eh nicht mehr zählen kann. Und dann habe ich festgestellt, dass mir nicht mehr alles steht. Weil ich nicht aussehen will, als hätte ich mir was von meiner Tochter geliehen, die ich nicht habe. Und dann war ich traurig, weil ich keine Tochter habe... Und so kam ich die letzten Tage immer wieder in so eine Denk-Spirale. Zum Glück nicht für sehr lange. Denn sobald ich aufhöre zu denken und einfach mein Leben lebe, ist alles okay. An den Tagen und in all den Momenten bin ich ich, bin ich schön und eben so, wie ich gemeint bin.

Bis nächste Woche!

 

Alles Liebe, 

Simone xx


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