Die dunkelste Zeit des Jahres

Die dunkelste Zeit des Jahres ist dazu da, um in uns ein Licht anzuzünden.

Um sich der Stille in der Dunkelheit hinzugeben und den Blick nach Innen zu lenken. Wenn im Außen weniger zu sehen ist, da das Licht nur für kurze Zeit da ist. Wenn wir wissen, dass die Dunkelheit genau dazu da ist, dass wir endlich Zeit für uns haben, dann können wir sie auch annehmen und genießen. Oder zumindest nutzen.

Der Winter, die dunkle Zeit, ist die Zeit des unsichtbaren Wachstums. Aber auch der Ruhe. Unter dem Deckmantel der oberen Erde, des Schnees oder Eis' schlummert das Korn in den unteren Schichten. Es bereitet sich auf das Frühjahr vor, wo es dann mit voller Kraft an die Oberfläche schießt. So ist es auch für uns gedacht. Das wir unser Samenkorn für das neue Jahr pflanzen in einer Zeit der Ruhe. Wo wir uns auf uns selbst besinnen und Zeit haben unser Selbst zu pflegen und unsere Wünsche und Prozesse zu beleuchten. In unserem Innern, bevor wir damit nach Außen gehen. Alles braucht seine Zeit. Aber wir alle haben unser Licht in uns. Unser Lebenslicht! Und das will neu entzündet werden, um im neuen Jahr, der hellen Zeit, uns eine Richtung zu weisen. Oder uns wieder neuen Antrieb zu geben. Bevor wir aber wieder lebendig werden, sollen wir uns eine Zeit der Ruhe gönnen. Das fehlende Tageslicht schränkt uns in unseren Aktivitäten ein. Und das aus einem wirklich liebevollen Grund. Damit wir auch eine ruhige Zeit haben, in der wir uns erholen können.

Leider wird diese Zeit durch unsere modernen Lebensweisen in dieser Form nicht mehr genutzt. Seit das Weihnachtsfest zu einem Konsumhöhepunkt geworden ist und sich alles nur noch im Stress verliert, gibt es diese besinnlichen Tage der Stille nicht mehr. Auch das Fest ist heute bei vielen eher eine große Party und das große "Fressen"! Alles nicht so, wie es im eigentlichen Sinne gemeint ist. Und das alles lässt unseren Körper und unsere Seele durcheinander geraten. Denn es fehlt an der Ruhe. An der Zeit des unsichtbaren Wachstums, durch reinigen, erholen, verarbeiten, sich liebevoll umsorgen und ausruhen. Dafür hat heute keiner mehr Zeit. Niemand nimmt sich mehr die Zeit dafür. Wir rennen von einem Bazar zum anderen. Vom Konzert, zur Weihnachtsfeier der Kinder, zu diesem und zu jenem. Und finden die Zeit einfach nur anstrengend.

Dabei könnten wir auch zuhause am Kamin sitzen, in der Badewanne liegen oder in der Dunkelheit einen Spaziergang machen. Unsere Gedanken und Ideen aufschreiben. Mal schauen, wo wir stehen. Ob wir glücklich sind oder nicht. Ob es uns an etwas fehlt. Uns all das schenken, was wir wirklich brauchen und uns wünschen, anstatt nur in Konsumgütern zu denken.

Die Dunkelheit ist nicht schwarz und nicht beängstigend. Wenn ich mit meinen Hunden früh morgens aus dem Haus gehe ist es zwar noch ganz finster, aber es ist keine beängstigende Schwärze. Wenn die Augen sich an das spärliche Licht gewöhnt haben, dann sieht man doch so einiges. Außerdem schalten sich automatisch die Ohren auf eine höhere Frequenz. Die Natur lässt sich dann noch mal auf eine ganz andere Art genießen. Ich liebe diese Stille so früh am Morgen, wenn noch niemand außer uns dreien unterwegs ist. Außer vielleicht die Rehe, Füchse und Hasen. Man die Nachtvögel noch hört. Vor ein paar Tagen hörte ich ein Käuzchen rufen. Ein Geräusch meiner Kindheit, was mich immer durch und durch berührt. Das sind Momente unbezahlbaren Glücks. Auch zu beobachten, wie es von Minute zu Minute heller wird und die Welt in neuem Licht wieder vor einem entsteht. Wenn wir am Auto ankommen, dann ist wieder mehr Licht und wir können alles deutlich erkennen. Für mich die richtige Zeit nach Hause zurückzukehren und zu frühstücken. Denn die Zeit des Wandels ist für mich jeden Tag die schönste Zeit des Tages. Und das genau soll der Winter sein. Die Welt wandelt sich permanent in den vier Jahreszeiten. Aber um neue Kraft zu schöpfen, brauchen wir eben auch die Zeit der Ruhe. In der Ruhe entwicklen wir neues Potential, neue Kraft und neue Ideen. Wie das Samenkorn unter der Erde. Aus der Ruhe erwächst die Kraft. 

In der Natur liegt unsere Weisheit und die große Wahrheit über das Leben. Je ursprünglicher wir leben, desto erfüllter werden wir. Weil uns die Liebe nur von Innen erfüllen kann.

Nimm dir Zeit für die dunkle Zeit des Jahres. Um sie zu genießen und zu nutzen. Lege in der Ruhe ein neues Samenkorn in dich und halte dein Licht nach Innen!

 

Alles Liebe, Simone xx

 

Das Bild ist ein Ausschnitt aus meinem Bild Die Mondschaukel.

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